Kennen Sie dieses Gefühl? Dass du dich ein, zwei Wochen vor deiner Periode in einen völlig anderen Menschen verwandelst? Dass Sie nicht nur ein bisschen „gereizt“ sind, sondern dass Ihre Welt buchstäblich aus den Fugen gerät, Sie an Ihrer Beziehung zweifeln und sich wie eine schlechte Mutter fühlen? Für Frauen mit PMDD ist dies eine monatliche Realität. Wie Kayleigh, die ihre Geschichte mit uns teilt, müssen Sie das nicht alleine ertragen. In diesem Blog befassen wir uns eingehend mit PMDD, den Auswirkungen auf Ihre Familie, dem Zusammenhang mit ADHS/Autismus und wie Sie endlich die richtige Hilfe erhalten können.
Was ist PMDD überhaupt?
PMDD steht fürPrämenstruelle dysphorische Störung (auf Englisch: Prämenstruelle dysphorische Störung). Es wird oft mit „normalem“ PMS verwechselt, ist es aber nicht. Wo PMS lästig ist, ist PMDD schwächend. Es handelt sich um eine schwerwiegende hormonelle Erkrankung, bei der Ihr Gehirn äußerst empfindlich auf die normalen Schwankungen von Hormonen (wie Östrogen und Progesteron) in der zweiten Hälfte Ihres Zyklus reagiert.
Die Symptome: mehr als nur „launisch“
Die Symptome von PMDD beginnen normalerweise 7 bis 14 Tage vor Ihrer Periode und verschwinden fast sofort, sobald Ihre Periode beginnt. Die Hauptfunktionen sind:
•Emotionale Achterbahnfahrt: extreme Traurigkeit, plötzliche Weinanfälle, Gefühle der Hoffnungslosigkeit oder sogar Selbstmordgedanken.
•Wut und Irritation: Sie kann bei der kleinsten Kleinigkeit bei Ihrem Partner oder Ihren Kindern explodieren.
•Angst und Anspannung: ein ständiges Gefühl der Nervosität oder Panikattacken.
•Körperliche Beschwerden: extrem Müdigkeit, schmerzende Brüste, Gelenkschmerzen und Schlafprobleme.
Die Auswirkungen auf Ihr Leben als Mutter und Partnerin
PMDD betrifft nicht nur Sie, sondern Ihre gesamte Umgebung. Sie wird auch als „Familienkrankheit“ bezeichnet.
Als Mutter
Die Schuldgefühle von Müttern mit PMDD sind oft enorm. Sie möchten für Ihre Kinder da sein, haben aber in der „Höllenwoche“ die Geduld eines Streichholzes. Sie können weniger Reize tolerieren, wodurch sich der Lärm und die Hektik der Kinder unerträglich anfühlen. Dies kann dazu führen, dass Ihre Kinder immer wieder angeschnauzt werden, gefolgt von tiefem Bedauern und Tränen, wenn sie im Bett liegen.
Über Ihre Beziehung und Ihren Partner
PMDD ist für Partner oft verwirrend und schwierig. Die Frau, in die sie sich verliebt haben, scheint zwei Wochen im Monat nicht verfügbar oder feindselig zu sein. Viele Frauen mit PMDD zweifeln während ihrer Lutealphase zwanghaft an ihrer Beziehung: "Liebe ich ihn immer noch?" oder "Wir müssen Schluss machen". Für einen Partner ist es eine enorme Herausforderung, nicht alles persönlich zu nehmen und ruhig zu bleiben, während die Welt seines geliebten Menschen zusammenbricht.
PMDD und Neurodivergenz: der Zusammenhang mit ADHS und Autismus
Dies ist ein entscheidender Punkt, der oft übersehen wird. Es besteht ein starker wissenschaftlicher Zusammenhang zwischen PMDD und Neurodivergenz. Untersuchungen zeigen, dass:
•Bis zu 92 % der autistischen Frauen und 46 % der Frauen mit ADHS leidet an PMDD.
•Frauen mit ADHS bemerken oft, dass ihre Medikamente (wie Ritalin oder Concerta) in der Woche vor ihrer Periode kaum zu wirken scheinen. Dies liegt daran, dass ein sinkender Östrogenspiegel die Dopaminproduktion beeinträchtigt, was die ADHS-Symptome verschlimmert.
Wenn Sie also bereits wissen, dass Sie ADHS oder Autismus haben, ist es statistisch gesehen viel wahrscheinlicher, dass Ihr „PMS“ tatsächlich PMDD ist.
Wie erhalten Sie eine Diagnose?
Es ist ein Mythos, dass man „einfach einen Bluttest machen“ kann. Ihr Hormonspiegel ist bei PMDD normalerweise normal; Es geht um die Reaktion Ihres Gehirns auf Hormone.
Welcher Arzt?
Die Diagnose wird normalerweise von einemGynäkologe oder ein Psychiater, der sich auf hormonelle Stimmungsschwankungen spezialisiert hat. In den Niederlanden erfolgt die Diagnose anhand der DSM-5-Kriterien.
Die Vorbereitung (unerlässlich!)
Ärzte nehmen Sie oft nur dann ernst, wenn Sie Beweise vorlegen.
1.Führen Sie ein Tagebuch: verwenden Sie eine App (wie Me v PMDD) oder einen Papierkalender und Halten Sie mindestens zwei vollständige Zyklen ein. Überwachen Sie Ihre Symptome. Notieren Sie sich, wann Sie Ihre Periode haben und wann die Symptome beginnen.
2.Erstellen Sie eine Liste: Schreiben Sie auf, wie sich dies auf Ihre Arbeit, Ihre Familie und Ihr soziales Umfeld auswirkt Leben.
3. unmöglich und ich vermute PMDD".
Gibt es Medikamente?
Ja, es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, aber oft ist es eine Suche nach dem, was für Sie funktioniert:
Behandlung |
Wie funktioniert es? |
Wird oft nur in der zweiten Hälfte der Aufnahme während des Zyklus verwendet um die Stimmung zu stabilisieren. |
|
Empfängnisverhütung |
Die Pille kann Hormonschwankungen abflachen es‘, aber bei manchen Frauen verschlimmert es tatsächlich die Beschwerden. |
Lifestyle & Ergänzungen |
Magnesium, Vitamin B6 und Kalzium können nur unterstützen wie der Verzicht auf Koffein und Alkohol. |
Fazit: Du bist nicht verrückt
PMDD ist kein Zeichenfehler. Es handelt sich um eine medizinische Erkrankung. Wie Kayleigh und viele andere müssen Sie das nicht alleine ertragen. Indem Sie darüber sprechen, sich auf den Arztbesuch vorbereiten und den Zusammenhang mit Neurodivergenz verstehen, machen Sie den ersten Schritt zur Linderung.
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